47. Internationales Wiener Motorensymposium

Das Dilemma der traditionellen Industrie bei disruptiven Innovationen

Autoren

W. Tillmetz, Universität Ulm; T. Aigle, D. Graeber, Technische Hochschule Ulm

Jahr

2026

Druckinfo

Eigenproduktion ÖVK

Zusammenfassung

Die traditionelle Fahrzeugindustrie kann auf eine einhundertjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken, die in den Industrieländern für enormen Wohlstand gesorgt haben. Durch kontinuierliche Optimierungen - die sogenannten inkrementellen Innovationen - kamen immer attraktivere Fahrzeuge auf den Markt. Nach mehr als einhundert Jahren wird die Fahrzeugindustrie erstmals wieder mit den bahnbrechenden disruptiven Innovationen konfrontiert. Damals hatten Henry Ford mit der Massenproduktion von „Benzin-Kutschen“ und John. D. Rockefeller mit dem zum Fahren notwendigen Benzin die Pferdekutschen und deren Ökosystem aus dem Markt verdrängt. Heute sind es die Erneuerbaren Energie, die Elektromobilität und die Internettechnologien, die der traditionellen Fahrzeug- und Kraftstoffindustrie das Leben schwer machen. Für deren Strategie ist es essentiell sich mit den typischen, gut untersuchten Merkmalen disruptiver Innovation auseinanderzusetzen. Dazu gehören die nur sehr schwer einschätzbare Entwicklung der Märkte für die völlig neuen Produkte und das exponentielle Wachstum in der frühen Phase der Marktdurchdringung. Schnelle und flexible Entwicklungsprozesse und die fortlaufende Beobachtung der Treiber für die Innovation, wie zum Beispiel die Klimaschutz-Gesetzgebung in allen relevanten Märkten, sind essentiell. Bei den oft kritisierten hohen Kosten und der teilweise mangelnden Qualität bei neuen Technologien wird regelmäßig vergessen, dass technologische Weiterentwicklung und die schnell wachsenden Produktionsvolumina zu einer massiven Kostendegression und Akzeptanz bei den Kunden führen. Disruptive Innovationen erfordern in den frühen Jahren bis zur Erreichung einer kritischen Produktionsmenge erhebliche finanzielle Mittel, die nicht mit den hohen Renditeerwartungen des traditionellen Geschäftes einhergehen. Die von C.M.Christensen analysierten disruptiven Innovationen erstreckten sich über einenZeitraum von mehr als einhundert Jahren und haben ein fundamentales,durchgängiges Merkmal gezeigt: Etablierte Konzerne haben es fast nie geschafft, beidisruptiven Innovationen aus sich heraus erfolgreich zu sein und die globalenEntwicklungen mitzugestalten. Meist wurden sie Opfer der sich schnell verändertenMärkte. Das liegt primär an den über Jahrzehnte etablierten Strukturen und Prozessen,die für den Erfolg mit den klassischen Produkten entscheidend waren.

ISBN

978-3-9504969-5-6

DOI

https://doi.org/10.62626/ouh1-13zn

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